Pomme des Garcons

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written by Maren Aline Merken on 7. January 2015

LeFlair – französische Klassikküche in NRW

Fronkreisch mitten im Zooviertel Düsseldorfs? Seit neustem schon: Das Le Flair versorgt Fans der französischen Küche mit ihren Suchtmitteln

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Wer französische Küche und gehobenes Bistroflair mag, wird das Le Flair lieben: Mitten in Düsseldorfs neuem Stadtviertel, welches den gleichen Namen trägt, versteckt es sich, das neue Restaurant von Chefkoch Dany Cerf und seiner Partnerin Nicole Bänder. Verstecken ist vielleicht der falsche Begriff, denn die große Glasfront bietet schon von außen einen hervorragenden Blick auf den geschmackvoll eingerichteten Gastraum mit dunklen Holztischen, Kerzen und weißen Stoffservietten. Serviert wird hier Cuisine Francaise – lecker, klassisch, très bien – oder besser: formidable!

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Gemütlich und entspannt wirkt es, aber doch irgendwie edel und wertig. Zur Begrüßung gibt es einen leckeren Gruß aus der Küche – Parmesanplätzchen, fluffig und leicht in ihrer Konsistenz, intensiv und würzig im Geschmack; genau das Richtige für den Einstieg.

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Auch der Look der Menükarte ist edel, dunkel gehaltene Holzoptik mit dem geprägten Logo des Le Flair. Sie ist übersichtlich, die Speisekarte, eine handvoll Vorspeisen und wohlklingender Hauptgerichte. Alle betitelt mir französischen Namen, dazu ein kurzer Anriss, was drin ist; zum Beispiel im Le Cochon (Schweinbauch, Ingwer, Knoblauch und Spitzkohl) oder im Le Risotto (Sellerie, grüner Granny Smith Apfel und Petersilie).

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Dany erlaubt mir einen Blick hinter die Kulissen und ich bin überrascht, wie klein die Küche des Düsseldorfer Restaurants ist. Hinter dem Herd wirkt der Chef höchstpersönlich, Hilfe steht ihm jedoch zur Seite – die scheint jedoch asiatischer und nicht französischer Natur zu sein.

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“Dafür, dass es uns noch nicht so lange gibt, ist das Team sehr gut eingespielt”, sagt Dany, “Jeder weiß, was er zu tun hat. Wir arbeiten Hand in Hand und können unseren Gästen so gleichbleibende Qualität gewährleisten.” Sowieso ist der Gast im Le Flair König – oder Kaiser? Allergisch gegen eine Zutat? Kein Problem – dann wird wunderbar improvisiert und eine Komponente ausgetauscht. Andere Sonderwünsche? Auch darauf wird eingegangen. Und wer sich bei den passenden Weinen nicht sicher ist, wird von Nicole ganz ausführlich und freundlich beraten – damit der Glasinhalt auch zum Kunstwerk auf dem Teller passt.

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Die Kürbissuppe mit Kaffeeöl ist wunderbar leicht und schaumig, jede Geschmacksnote entfaltet ihre ganz eigene Nuance. Die feinen Kürbisslices ergänzen die flüssige Konsistenz und bringen eine minimale Note Frische in das heiße Nass.

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Alles schmeckt ganz hervorragend nach Urlaub im romantischen Paris, in der mediterranen Küstenlandschaft rund um Montpellier oder in rauer Bergidylle entlang des Tarns. Hmmm, Frankreich kommt einem nah im Le Flair, nicht nur wegen der französischen Titel in der Karte oder den hervorragenden französischen Weine (natürlich gibt es auch deutsche Weine ;)) – sondern auch wegen des zuckersüßen Akzents von Dany Cerf, der nicht nur hinter dem Herd, sondern auch als servierender Inhaber eine tolle Figur macht. Der gebürtige Schweizer hat den Schritt in die Selbstständigkeit früh gewagt, junge 26 Jahre ist er und scheint sich richtig entschieden zu haben.

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Das Konzept des Le Flair ist rund und wunderbar klassisch. Nicht zu abgehoben, nicht zu angeranzt – ein toller Mittelweg mit hochwertigem Essen, angenehmer Atmosphäre, freundlichem Service und Preisen, die bezahlbar sind aber doch Düsseldorfer Niveau haben … eben ganz wie in unserem Nachbarland Fronkreisch.

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Die Desserts befinden sich auf der Schiefertafel über der gut sortierten Theke und lösen bei mir und meiner Begleitung Begeisterungsstürme aus. Hier hat sich jemand selbst übertroffen, vor allem mit der Komposition aus Matchatee, Passionsfrucht und Kokos. Die Eisschneeplatten mit Matchatee verstecken das eisige Innere – und schmecken auch noch gut. Das Kokoseis ist das Beste, was ich je gegessen habe (und das heißt was, Kokos steht auf der Liste der Dinge, die ich nicht gern esse, nämlich ganz oben mit dabei). Und eine Süße bin ich eigentlich auch nicht, aber mit dem Dessert hat Dany mich.

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LeFlair (4)Zu empfehlen ist das Le Flair allemal: Vielleicht nicht für jeden Tag (obwohl das dreigängige Mittagsmenü für schlappe 14 Euro mehr als dazu einlädt), aber definitiv für einen geselligen Abend mit Freunden oder Familie. Frankreich ist nah, näher als viele denken 😉 Es liegt zurzeit mitten in Düsseldorf, gleich neben dem Zooviertel um genau zu sein!

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