Gemeinsam kochen – und zwar über den Tellerrand

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Mouhamed stammt aus Niger und lebt in Berlin. Moder kommt aus Syrien und ist nun ebenfalls in der deutschen Hauptstadt beheimatet. Doch das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Männer. Sie beide kochen gern und am liebsten tun sie das mit vielen anderen Menschen zusammen. In Berlin kochen sie über den Tellerrand, gemeinsam mit interessierten Menschen, die sich nicht nur für die leckeren, authentischen Gerichte ihrer Heimatländer, sondern auch für die Menschen hinter diesen Rezepten interessieren.

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Der Über den Tellerrand kochen e.V. setzt sich für die Integration von Flüchtlingen in Deutschland ein. Und zwar mithilfe eines Themas, das zurzeit nicht nur in aller Munde ist, sondern schlicht und einfach verbindet: Dem Kochen. Kochen, als eines der meist akzeptierten Medien des kulturellen Austausches, hilft, das Thema Asyl aus einer neuen, positiven Perspektive zu beleuchten, gedankliche Barrieren aus dem Weg zu räumen und die breite, aber interessierte Gesellschaft in den Begegnungsprozess einzubinden. Hier geht es nicht um den schwammigen Begriff Flüchtling, sondern um die Individuen dahinter, Menschen wie ihr und ich, die Deutschland ab sofort ihre neue Heimat nennen möchten – und auch sollen.

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Essen ist Kommunikationsmittel, Freundschaftsbasis und noch so viel mehr – für viele wie uns, aus der Foodbranche, ist Essen Liebe. Über den Tellerrand kochen macht sich das zu Nutzen und sorgt für Völkerverständigung der anderen Art. Gemeinsam mit Flüchtlingen aus aller Welt organisieren sie Kochkurse, in denen es nicht nur um tolle Gerichte und ein entspanntes, gemeinsames Essen geht, sondern auch darum die Kultur des anderen ein kleines bisschen mehr zu begreifen, um das Kennenlernen der Menschen, die hinter den leckeren Gerichten stehen und sie zubereiten. Hier geht es um dem Austausch auf verbaler aber auch kulinarischer Basis – und das funktioniert ganz wunderbar.

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Die Köche – Flüchtlinge aus aller Welt – zeigen, wie man ein klassisches Menü in ihrem Heimatland zubereitet. Authenzität wird hier groß geschrieben und Foodfans wie ich, haben endlich die Möglichkeit fremde Gerichte und Gerüche zu genießen, die nicht wie in den meisten Restaurants an den deutschen Gaumen angepasst sind. Wer mitmacht, wird mitgenommen, auf eine Reise in fremde Länder und Kulturen. Kann riechen was Reza aus Afghanistan typischerweise in seiner Heimat gerochen hat, wenn in der Küche gewerkelt wurde, und schmecken, was Ahmed aus Ägypten zuhause gern gekocht und gegessen hat. Es ist ein Wirrwarr aus Sprachen, Geschmäckern, Gerüchen und Emotionen – so bunt, so lebhaft und positiv wie all die Teilnehmer und Interessierten selbst.

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Aus all den Rezepten unserer neuen Mitmenschen ist mittlerweile ein Kochbuch entstanden: Zweisprachig auf Englisch und Deutsch, mit 36 Gerichten aus 14 unterschiedlichen Ländern. Wem Berlin also zu weit für einen Kochkurs mit Moder aus Syrien oder Mouhamed aus Niger ist, bestellt hier das Über den Tellerrand kochen-Kochbuch und holt sich die Heimatländer der Köche nach Hause – egal wo das gerade ist.

Willkommen und danke für dieses tolle Projekt, das wunderbare Buch und die Möglichkeit in fremde Welten einzutauchen.

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Alle Fotos zur Verfügung gestellt vom Über den Tellerrand e.V.

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