Zauberhaftes Marrakesch – zumindest wenn man unsere Tipps berücksichtigt

Written by Laura Schulte, Berlin 22. September 2019

Es gibt einige Dinge, die ich meinem Vergangenheits-Ich gerne vor der Reise nach Marrakesch gesagt hätte. Damit es ein toller Trip geworden wäre – ohne Ärgernisse. Zum Glück könnt ihr von meiner Erfahrung profitieren. Und solltet euch diese Tipps hinter die Ohren schreiben, falls ihr in Erwägung zieht, die marokkanische Stadt zu besuchen.

Lass' dich nicht überreden, dir zu viel aufschwatzen, dich bedrängen: Marrakesch ist schön, aber eben nur, wenn man bestimmte Tipps beachtet

Tipp 1

Wenn du am Flughafen von Marrakesch landest, solltest du dich damit abfinden vom Taxifahrer abgezogen zu werden, denn du hast dich vorher nicht mit deinem Riad auf einen Transfer geeinigt. Erfahrungsgemäß kommen die Mitarbeiter des Riads damit vorher schon auf dich zu, denn wenn du in der Medina wohnst, ist es beinahe unmöglich, die Unterkunft allein zu finden. Die vielen verwinkelten Gassen sind nur unzuverlässig auf Apple oder Google Maps eingezeichnet.

Da du nun keinen Transfer hast, lass dir folgendes gesagt sein: Die Medina ist bis zu bestimmten verschiedenen Orten befahrbar, dort wird dein Taxifahrer dich rauslassen. Junge Einheimische werden sich anbieten, dir den Weg zu deinem Riad zu zeigen. Man bringt dich zum Riad und dort wird dann ein zu hoher Geldbetrag verlangt. Da du aber noch kein Gefühl für die Währung hast, bezahlst du diesen verhältnislosen Betrag. Es ist okay, die Person für die nette Leistung zu bezahlen, aber nicht mit dem genannten Preis.

Tipp 2

Somit kommen wir auch schon zum nächsten Tipp: Handeln! Jedes Gramm Datteln, jede Taxifahrt und jeden Kaffee im Park kannst du locker um 70% runterhandeln. Das beste Argument ist meist, dass man es woanders oder gestern günstiger bekommt/ bekommen hat. Oder dass man lange in Marraksech gewohnt hat und die Preise kennt.

Beim Herumlaufen in der Medina wird man dir mit großer Sicherheit immer wieder folgende Sätze hinterhergerufen: ‚Big square this direction‘ oder ‚This area is closed for tourists‘
Lass dich nicht verunsichern. Es gibt keine gesperrten Zonen. Die jungen Locals hoffen aus der Verunsicherung der Touristen Geld zumachen. Mit den Aussagen wollen sie dich wieder dazu bringen, dass sie dir den Weg zeigen können, um dann am Ende Geld zu verlangen. Eine horrende Summe … wie bereits erklärt.

Mein Tipp: Solltest du wirklich nach dem Weg suchen, sprich alte Menschen und Ladenbesitzer an.

Tipp 3

Wenn du nicht zu Fuß, sondern mit dem Taxi unterwegs sein möchtest, gelten zwei Regeln: Immer den Preis vor der Fahrt festlegen, immer handeln. ‘This is a normal price’ – every cap driver in marrakesh ever. Allerdings is this not a normal price. Du wirst dich wundern wie schnell die Preise purzeln können, wenn du beharrlich bleibst.

Tipp 4

Ein abendlicher Besuch auf dem djemaa el fna ist ein Muss. Hier werden täglich etliche Essensbuden aneinander gereiht. Du wirst von der Auswahl erschlagen sein und die penetrante Kundenakquise der Stände ist wirklich unerträglich. Entscheide dich also so schnell für einen Stand. Es gibt überall dasselbe Essen und du wirst dich mit jedem Meter nur mehr aufregen.

Du wirst nicht jeden Tag vom Streetfood leben und deshalb empfehle ich dir folgende Restaurants:

Gesund und kreativ essen kannst du bei “la famille“. Der traumhafte Innenhof bezaubert mit vielen Pflanzen und ist perfekt zum entspannen von der wilden Medina. Allerdings solltest du dort einen Tag vorher reservieren.
Hinter der Moschee direkt am djemaa el fna befindet sich eine Parkanlage. Dort (und auch woanders) laufen Kaffeeverkäufer mit großen Kaffeepötten rum. In diesem Gefäßen ist das spannendesten Getränk dass dein unschuldiger europäischer Gaumen je geschmeckt hat.
Deine Bedenken sind umsonst, trink’ dieses Gebräu! Der marokkanische Gewürz-Kaffee ist eine Geschmacksexplosion.

Für das Dinner mit 1001 Nacht-Feeling gehst du optimalerweise zu ‚Comptoir Darna‘. Recht schick und umringt von Bauchtänzerinnen kannst du es dir dort gut gehen lassen.
In der Bar „el fenn“ hast du einen 360 Grad Blick über Marrakesch und seine umliegenden Berge. Geh‘ dort hin und trinke einen Minztee, es wird schön. Versprochen.

Tipp 5

Passend zum Thema Essen möchte ich dir nun den wohl wichtigsten Rat der Reise geben: Cook it, peel it, or leave it! Du wirst den Salat bereuen und du wirst leiden.

Tipp 6

Ein Ausflug nach Essaouira lohnt sich definitiv. Mit Supratours wirst du die komfortabelste Busfahrt deines Lebens haben. Du kannst sogar deine Beine ausstrecken. Essaouira ist eine verträumte Hafenstadt mit viel Flair, Charme und jeder Menge gutem Essen. Nach Ankunft gehst du den Hafen ganz durch und findest dort ist ein Fischrestaurant. Es gibt keine Speisekarte und du schaust einfach was neben dem Grill liegt, suchst es dir aus und genießt. Tu es. Sei mutig.

Tipp 7

Die Ouzud-Wasserfälle sind ehrlich gesagt nicht so toll wie Essaouira. Zieh‘ dir feste Schuhe an, denn der Aufstieg ist heikler als du denkst. Du musst klettern und hast vielleicht auch ein bisschen Höhenangst. Letztendlich ist es ganz schön, aber eben auch sehr touristisch. Been there, done that.

Tipp 8

Mein zweitwichtigster Tipp für deine Reise: Der März in Marrakesch kann dir tagsüber die Birne verbrutzeln und dich nachts eine Blasenentzündung kosten. Zwei Stunden in der Sonne reichen und du wirst einen schlimmen Sonnenbrand haben. Nachts hingegen wird es kühl und du solltest einen Rollkragenpullover einpacken. Die Unterschiede sind groß und ich war definitiv nicht darauf vorbereitet. Aber nachher weiß man immer alles besser, nicht wahr?

Tipp 9

Reminder an mein jüngeres Ich: Beim Rückflug geht es dir schlecht, weil du Salat gegessen hast. Trotzdem solltest du drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Vor dem Gebäude gibt es zusätzliche Sicherheitskontrollen und auch im Flughafen selbst dauert alles ewig. Mit dem Wissen vorab einen letzten Tipp. Vielleicht den Allerwichtigsten:

Tipp 10

Fahr, flieg, geh hin! Marrakesch wird dich verzaubern!

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