a dinner with… Hadnet Tesfai

Written by David Kosock, Berlin 05. Dezember 2012

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Erzähl uns doch bitte kurz wer Du bist und was Du machst?

Ich heiße Hadnet Tesfai, arbeite als Journalistin, Moderatorin und DJane. Und wenn ich mal nicht arbeite, dann bekenne ich mich als leidenschaftliche Schuhsammlerin.


Man kennt Dich von MTV Germany und anderen großen TV Sendern? Woher kommt Deine Liebe zur Musik und wie hat sie Dich an die Plattenteller und in die Clubs gebracht? 

Na das war schon nahezu die Antwort auf die Frage. Ich war schon immer ein extrem großer Musikfan und als junges Mädchen schon passionierte Clubgängerin. Irgendwann hat es mich dann tierisch aufgeregt, dass alle DJs immer nur Tunes für Jungs spielen und nicht an die Mädels im Club denken. Dabei haben die glatt vergessen, dass Parties immer erst dann wirklich gut abgehen, wenn eben die Mädels Spaß haben. Also hab ich mich selbst an die Decks gestellt. Punkt!
Wenn mich jemand fragt, was für einen Stil ich spiele, ist meine Antwort ganz easy: Musik für Mädchen zum tanzen.


Zurzeit wohnst Du in Berlin. Was ist Deine Story zur dieser Stadt und was macht das Leben dort für Dich so lebenswert?

Berlin ist die einzige wirkliche Weltstadt, die wir in Deutschland haben. That‘s it.

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Mit Sicherheit hast Du in Berlin auch Deine Liebling-Spots oder den kleinen Geheimtipp-Imbiss Deines Vertrauens. Kannst Du uns verraten was man in der Hauptstadt nicht verpassen darf?

Naja naja ... eigentlich heißen sie ja Geheimtipps, weil man sie eben nicht preisgibt. Man will ja nicht, dass sie plötzlich in aller Munde und völlig überlaufen sind. Also geheim ist nun mal geheim!! Aber ich gebe euch einen kleinen Tipp:
Es gibt ein libanesisches Grillhaus in Moabit, das so authentisch und uhrig ist wie es nur geht. Ich verspreche euch, da bekommt ihr sicher das beste Grillfleisch Berlins. Ab hier müsst ihr dann schon selbst recherchieren. Lohnt sich.
Allerdings gibt es ein Restaurant, das ich immer sehr gerne empfehle, weil ich die Idee so schön finde, dass dort nur saisonal und regional gekocht wird. Und das ausschließlich mit Produkten aus lokalem Anbau. So etwas sollte man unbedingt unterstützen. Es heißt „Das Lokal“ und ist in Berlin-Mitte. (hier Link)


In Deinem Job bist du ständig unterwegs und siehst viel von der Welt. Kannst Du Dich an den beeindruckendsten Ort erinnern an dem du gegessen hast?

Tokio Tokio Tokio. Bei allen Weltmetropolen, die ich bisher bereist habe, ist und bleibt es ganz klar Tokio. Ich hab es selbst kaum glauben können, wie beeindruckt ich von dem Essen in dieser Stadt war. Freunde haben mich schon vorgewarnt, dass es dort drüben unglaubliches zu entdecken gäbe, aber dass es mich so mitreist hätte ich nicht für möglich gehalten. Unglaublich!


Und was hast Du hier und heute bestellt?

Ich hatte einen Pfahlmuschel Salat zur Vorspeise und zum Hauptgang gegrillten Steinbutt. Beides war ganz ausgezeichnet.


Wie sieht es denn bei Dir mit Kochen aus? Und finden sich Deine eritreischen Wurzeln in dem einen oder anderen Gericht wieder? 

Das Problem mit traditionellem eritreischen Essen ist, und das klingt etwas absurd, dass die Herstellung unfassbar stark riecht. Wirklich wahr. Wenn man nicht gerade eine Vakuum-Weltraumküche hat, ist die komplette Wohnung tagelang „Danger Zone“. Daher lasse ich das mit der traditionellen Küche zu Hause ganz gerne bleiben. Aber das Essen, tja das Essen an sich ist wirklich „the shit“. Und vielfältig ohne Ende, ganz egal ob für Vegetarier oder Veganer.

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Was ist denn so typisch für die eritreische Küche?

In Jeddah zum Beispiel isst man unglaublich viel sauerteigähnliches Fladenbrot, das dazu dient alle erdenklichen Soßen und Pasten aufzunehmen. Es funktioniert wie ein Schwamm, der dann mit allem belegt wird, was das Herz begehrt. Fisch, Fleisch oder Gemüse und natürlich alles richtig schön scharf! Das liebe ich ganz besonders.


Jeder Mensch hatte doch „Das Leibgericht“ in der Kindheit. Weißt du noch, was es bei Dir war? Und gibt es auch heute noch eine Hadnet-Leibspeise?

Oh ja, das ist und war eritreisches Frühstück. „Kitcha Fit-Fit“ (Link) nennt sich das. Es ist auch eine Teigware, die in kleine Stücke gerissen und in geklärter Butter mit Chillipaste angemacht wird. Das wird auch manchmal mit Joghurt gegessen und ist mit Sicherheit "das Allerbeste wo gibt auf Welt"

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Wir haben ja schon beim Essen darüber gesprochen, dass in Deutschland verhältnismäßig wenig Geld für Essen ausgegeben wird. Was denkst du welche Bedeutung, welchen Stellenwert Ernährung in unserer Genration hat?

Ich habe mal von einer Studie gehört die besagt, dass die Deutschen im europäischen Vergleich das meiste Geld für Einbauküchen ausgeben. Bei den Lebensmitteln selbst allerdings ist die Bereitschaft Geld für Qualität auszugeben fast die Niedrigste in Europa. Das spricht ja schon irgendwie für sich, oder?
Glücklicherweise sind wir aber hier noch nicht soweit das Plastikessen zu konsumieren, wie es vielerorts in den Staaten passiert. Gegen die Franzosen oder Italiener sehen wir kulinarisch allerdings echt alt aus.
Ich bin selbst eine absolute „Biotante“. Ich achte unglaublich auf die Qualität dessen, was ich zu mir nehme und hin und wieder gönne ich mir auch gerne ein gutes Stück Fleisch. Ich kann gut verstehen, wenn man aus religiösen oder ethischen Gründen auf Fleisch verzichtet, aber ich für meinen Teil kann das hin und wieder sehr genießen.
Prinzipiell denke ich, dass wir unser Bewusstsein für das was wir zu uns nehmen unbedingt schärfen sollten. Und vielleicht können wir auch ein wenig von unseren Nachbarn lernen Essen nicht nur als Nahrungsaufnahme zu betrachten, sondern auch als sozialen Akt des familiären und freundschaftlichen Beisammenseins.
Allerdings muss man auch unbedingt erwähnen, dass keine Nation der Welt so eine unglaubliche Brotback-Kultur hat wie Deutschland. Es ist völlig einzigartig wie viele Sorten und Varianten von Teigprodukten die Deutschen backen können.


Die letzte Frage stellen wir, weil wir selbst völlig verrückt nach Burgern aller Art sind. Verrätst Du uns den Deiner Meinung nach besten Burger Place der Welt? 

Da bin ich wieder bei Tokio. The Great Burger (Link) in Shibuya. Ein super Spot. Ich glaube die glasieren das Brot dort mit Ei oder so. Das ist mit Abstand der unglaublichste Burger den ich je gegessen habe.
Und in es gibt da noch The Bird Burger (Link) in Berlin. Dort esse ich immer den „The Jack Burger“ mit zerlassenem Blue Cheese. Oh man ... der ist auch unglaublich dieser Jack.


Tausend Dank Hadnet.

Sehr gerne.

 

 

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(PS: Ein großes Dankeschön an das tolle Team vom Restaurant Em Brass. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und das Essen war ganz ausgezeichnet. Auf bald ... )[/col-right]

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